Worum geht es?

Das Naherholungsgebiet rund um den Pichlinger See ist auch deshalb so beliebt, weil es für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar ist. Die rechtliche Basis für diese gemeinsame Nutzung ist seit Jahrzehnten die so genannte Flächenwidmung und das Örtliche Entwicklungskonzept. Das hat sich bewährt. Für ein Stadion in diesem Naherholungsgebiet müsste der Gemeinderat seinen eigenen Beschluss – der das Areal fachlich gut begründet unter besonderen Schutz stellt – revidieren und diese Flächenwidmung samt Örtlichem Entwicklungskonzept ändern. Konflikte zwischen kommerziellen Events in der Fußballarena und Ruhesuchenden und Familien wären vorprogrammiert.

Leider ist der Pichlinger See nur schlecht an den öffentlichen Verkehr angebunden. Das lässt sich – wenn überhaupt – nur langfristig ändern. In der Praxis würden daher so gut wie alle Fans mit dem PKW anreisen. Wir reden also von einem „Auto-Stadion“ in einem Stadtteil, der jetzt schon unter Stau und Verkehrsüberlastung leidet.

Linz soll eine Stadt mit einem attraktiven, bunten Stadtkern bleiben. Das Zentrum soll Shopping, Bildung, Gesundheit, Kultur und auch Sport und Freizeit bieten. Ein Stadion und eine Eventlocation am äußersten Stadtrand widerspricht der zentralen Bedeutung für die innere Stadt. Das wäre für den Wirtschaftsstandort ähnlich schlecht wie entlegene Einkaufszentren, die die Zentren aussaugen.

Wir sind dafür, dass mit unseren Steuern Sportstätten und Freizeitflächen für die Allgemeinheit gefördert werden. Neben der einmaligen Errichtung müsste die Stadt aber auch über Jahrzehnte die Kosten von Strom, Straßen, Öffentlicher Verkehr, Kanal und Sauberkeit stemmen. Aus Sicht der Steuerzahler wäre der Pichlinger See also auch langfristig der teuerste Standort für ein Stadion.

Oberösterreich ist trauriger Europameister im unnötigen Versiegeln von Grünflächen mit Straßen und Gebäuden. Grünflächen und Ackerflächen sichern unsere Luft- und Lebensqualität sowie unsere heimische Versorgung an Lebensmitteln. Wir verstehen nicht, warum in Zeiten der Klimaerhitzung 200.000m² (!) unserer städtischen „grünen Lunge“ für ein Stadion mit tausenden Parkplätzen geopfert werden sollen.